<< All versions

Skill v1.0.1

Automated scan100/100
klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/erstgespraech-mandatsannahme

+3 new

──Details
PublishedJune 24, 2026 at 09:43 PM
Content Hashsha256:484896988c8daf50...
Git SHAe268895a763d
Bump Typepatch
Compare with v1.0.0
──Files
Files (1 file, 13.1 KB)
SKILL.md13.1 KBactive
SKILL.md · 195 lines · 13.1 KB

version: "1.0.1" name: erstgespraech-mandatsannahme description: "Strukturierter Erstgespraechsleitfaden für Insolvenz- und Restrukturierungsrecht: Erfassung der Konstellation, Konflikt- und GwG-Check, Vollmacht, Streitwert/Gebührenvereinbarung, Fristen-Erstprognose und Handlungsweichen: Strukturierter Erstgespraechsleit..."


Strukturierter Erstgespraechsleitfaden für Insolvenz- und Restrukturierungsrecht: Erfassung der Konstellation, Konflikt- und GwG-Check, Vollmacht, Streitwert/Gebührenvereinbarung, Fristen-Erstprognose und Handlungsweichen.

Arbeitsweg

  • Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
  • Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
  • Tragende Normen verifizieren: InsO §§ 1, 13-22, 35, 39, 47, 55-56, 60, 80, 87, 129, 133, 174, 175, 270 ff., 286-300, StaRUG §§ 1, 29, 31; StaRUG §§ 1, 29, 31, 39, 49-55, 84, 102, IDW S 6, IDW S 11, InsO § 270; AO §§ 38, 42, 90, 93, 153, 162, 164, 169-171, 173, 233a, 370-378, UStG, EStG, KStG, GewStG, GrEStG, ErbStG, FGO; § 14. InsO Eroeffnung Antragspflicht; § 15a Gläubigerantrag; § 14 InsO. StaRUG Restrukturierungsplan. Insolvenzanfechtung — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
  • Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
  • Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

Fokus: Strukturierter Erstgespraechsleitfaden für Insolvenz- und Restrukturierungsrecht: Erfassung der Konstellation, Konflikt- und GwG-Check, Vollmacht, Streitwert/Gebührenvereinbarung, Fristen-Erstprognose und Handlungsweichen.

Erstgespraech und Mandatsannahme im Insolvenz- und Restrukturierungsrecht

Fachlicher Kern — Insolvenz- und Sanierungsrecht

  • Problemfokus dieses Skills: Bleibe beim konkreten Titel Erstgespraech und Mandatsannahme im Insolvenz- und Restrukturierungsrecht und löse die dort angelegte Fachfrage; arbeite mit konkreten Tatbestandsmerkmalen, Beweisfragen und dem unmittelbar benötigten Arbeitsprodukt. Routingfragen bleiben Hilfsmittel, wenn Frist, Zuständigkeit oder Verfahrensart offen sind.
  • Normenradar: InsO §§ 1, 13, 15a, 17, 18, 19, 21, 38 ff., 47, 49 ff., 55, 80, 103 ff., 129-147, 165 ff., 217 ff., 270 ff., 343; StaRUG; COVInsAG/Übergangsrecht nur bei Altzeiträumen; SGB III § 165.
  • Verifizierte Anker: BGH, Urteil vom 10.02.2005 - IX ZR 211/02 (Grenzen § 133 InsO bei Zwangsvollstreckung/verschlepptem Antrag als Klassiker); ausländische Verfahren: § 343 InsO Anerkennung, kein deutsches Chapter-15-Verfahren, häufig inzidente Prüfung durch Register, Grundbuch, Prozessgericht und Banken.
  • Arbeitsmodus: Zuerst Insolvenzgrund, Frist, Organpflicht, Verfahrensstand, Sicherheiten, Massebezug und Anfechtungszeitraum klären; dann Sanierungsfähigkeit, Plan/StaRUG, Haftung und Dokumentationsschutz.
  • Outputpflicht: Krisenzeitachse, Liquiditätsstatus, Anfechtungsmatrix, Sicherheitenradar, IDW-S6-/Sanierungscheck, Register-/Grundbuch-Nachweispaket oder Schriftsatzbaustein.
  • Fehlerbremse: Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.

Wann dieser Arbeitsgang greift

  • Neue Anfrage aus dem Bereich Insolvenz- und Restrukturierungsrecht (Telefon, Mail, Empfehlung, Walk-in).
  • Mandantin oder Mandant beschreibt Sachverhalt unstrukturiert; viele Anlagen ohne System.
  • Vor jeder weiteren fachlichen Bearbeitung: erst Annahme klären, Konflikt- und GwG-Prüfung, Vollmacht, Streitwert/Vereinbarung, Fristen.

Phasen des Erstgespraechs

1. Aufnahme der Konstellation (10-15 Min.)

Standard-Fragenraster für Insolvenz- und Restrukturierungsrecht:

  • Beteiligte (Vor-/Nachname, Geburtsdatum, Anschrift, Rolle: Klägerin/Beklagter, Antragsteller, Beschuldigter)
  • Konflikt-Kern in einem Satz ("Was ist Ihr Ziel?")
  • Konkrete fachliche Stossrichtung: Eigenverwaltung, Insolvenzantrag, StaRUG, Anfechtung, Sanierungsplanung
  • Bisherige Korrespondenz (Bescheide, Schreiben der Gegenseite, anwaltliche Vertretung der Gegenseite?)
  • Fristenscreening sofort: anstehende Klage-/Widerspruchs-/Einspruchsfristen aus den vorgelegten Schreiben (z.B. Insolvenzantrag, Anfechtungsklage, StaRUG-Restrukturierungsantrag). Frist-Alarm an die Vorbereitung weitergeben.

2. Konflikt-Prüfung und GwG-Check (5 Min.)

  • Konflikt-Check über Mandantsystem: Gegnerin, Streitgegenstand, frueherer Mandant?
  • GwG-Identifizierung: amtlicher Lichtbildausweis (Ausweisscan), bei juristischer Person Handelsregister-/Transparenzregister-Auszug, ggf. wirtschaftlich Berechtigte/n.
  • Risikobewertung (niedrig/mittel/hoch) abhaengig von Mandatscharakter, Bargeld, Auslandsbezug.
  • Doku im Mandatsbogen (Pflicht nach §§ 10 ff. GwG i.V.m. § 2 Abs. 1 Nr. 10 GwG für RA-Mandate).

3. Vollmacht und Schweigepflichtentbindung

  • Allgemeine Prozess-/Aussenvollmacht (BORA, ZPO, FamFG, je nach Fachgebiet).
  • Spezielle Vollmachten: ggf. Akteneinsicht Strafakte, KV-Abrechnungsdaten, Sozialdaten (Schweigepflichtentbindung gegenueber Krankenkasse, Arzt, Behörde).
  • Bei Eheleuten/GbR/GmbH: einzelvollmachtgebende Person und Vertretungsmacht klären.

4. Streitwert und Gebührenvereinbarung

Standard-Streitwerte im Bereich Insolvenz- und Restrukturierungsrecht:

  • Skizze: Streitwert grob abschaetzen (z.B. Hauptforderung, ggf. + Zinsen, Nebenforderungen).
  • RVG-Pauschalrechnung (Berechnungstool im Plugin) oder Stundenhonorarvereinbarung.
  • Beratungshilfe-/Prozesskostenhilfe-Antrag prüfen, wenn wirtschaftlich angezeigt.
  • Vorschussanforderung nach § 9 RVG.

5. Strategie-Erstskizze

Drei Weichen am Ende des Erstgespraechs:

  • Mandat annehmen: vollstaendig (Prüfung + Schriftsatz) oder begrenzt (nur Prüfung/Gutachten).
  • Verweisen: wenn Spezialgebiet ausserhalb der Fachanwaltschaft, oertlich unzuständig oder Konflikt.
  • Ablehnen: offensichtlich aussichtslos, GwG-Hit, Bauchgefuehl-Vorsicht.

Pflicht-Output am Ende

  1. Mandatsbogen mit Beteiligten, Konflikt-Check, GwG-Status, Streitwert.
  2. Frist-Liste (Sofortfristen, Verjährung, Ausschlussfristen, Beweisanforderungs-Fristen).
  3. Anlagenverzeichnis des uebergebenen Datenraums (Stand erstes Sortieren).
  4. Naechster-Schritt-Plan: binnen 24/48/72 h, Owner, Output.
  5. Honorarvereinbarung unterschrieben oder Vorbehalt notiert.

Relevante Rechtsgrundlagen und Standards

  • BORA, BRAO, FAO für Fachanwaltschaft Insolvenz- und Restrukturierungsrecht.
  • GwG, GwGMeldV, Identifizierungsleitfaden BRAK.
  • InsO, StaRUG, AnfG, EuInsVO, COVInsAG-Nachwirkungen (für fachliche Erstpruefung).
  • DSGVO und BDSG für den Umgang mit Mandantendaten (Art. 6 DSGVO als Rechtsgrundlage, Art. 9 ggf. Gesundheitsdaten).

Typische Fehler im Erstgespraech

  • Frist uebersehen, weil Mandantin sie nicht selber genannt hat (immer aus jedem Schreiben Frist herausziehen).
  • Konflikt-Check nur nach Personennamen, nicht nach Sachzusammenhang (gleiche Liegenschaft, gleicher Sachverhalt).
  • Vollmachtsumfang unklar -> später Streit mit Mandantin über Befugnisse.
  • Honorarvereinbarung muendlich -> Beweisnot bei Streitwert-/Honorar-Streit.
  • GwG: kein Lichtbildausweis erfasst, kein Aktenvermerk über Risikobewertung.

Praxis-Checkliste

  • [ ] Personalien und Rolle aller Beteiligten erfasst
  • [ ] Konflikt-Check durchgefuehrt
  • [ ] GwG: Identifizierung + Risikobewertung notiert
  • [ ] Allgemeine Vollmacht unterschrieben
  • [ ] Speziale Vollmacht / Entbindungserklaerung (wo noetig) unterschrieben
  • [ ] Streitwert geschaetzt
  • [ ] Honorarvereinbarung unterschrieben oder ausdruecklich auf RVG verwiesen
  • [ ] Fristenliste angelegt und in Kalender eingetragen
  • [ ] Mandatsbogen vollstaendig
  • [ ] Naechster-Schritt-Plan dem Mandanten kommuniziert (E-Mail-Zusammenfassung)

Konkrete Praxis-Konstellationen

Konstellation A: Eilbeduerftigkeit

Mandantin kommt am Donnerstag, Frist laeuft am Montag (Klage- oder Widerspruchsfrist im Bereich Insolvenz- und Restrukturierungsrecht). Handlungs-Sequenz:

  1. Sofort-Vollmacht und Sofort-Akteneinsicht (per beA, ELSTER, Behördenportal).
  2. Antrag auf Wiedereinsetzung (§ 233 ZPO, § 60 VwGO, § 110 AO) als Reserve dokumentieren.
  3. Spaeteste-Stunde-Versand-Plan: beA bevorzugt, mit qualifizierter Signatur und Empfangsbekenntnis.
  4. Honorarvereinbarung NICHT auf Eilzuschlag verzichten - aber transparent kommunizieren.

Konstellation B: Komplexer Sachverhalt, Datenraum unsortiert

Mandant uebergibt 200+ Dateien (PDF-Scans, E-Mails, Excel-Listen). Vor jeder fachlichen Bewertung:

  1. Datenraum-Index in Excel: Datum, Absender, Empfaenger, Aktenzeichen, kurze Inhaltszeile.
  2. Chronologischer Verlauf als Zeitstrahl - Spielraum für Verjährungs- und Ausschlussfristen identifizieren.
  3. Loecher im Datenraum gezielt anfordern (Mandantenfragen-Katalog).

Konstellation C: Interessenkonflikt-Naehe

Frueheres Mandat mit derselben Gegnerin oder gleichem Sachzusammenhang. Prüfung:

  1. § 43a Abs. 4 BRAO und § 3 BORA - Sachzusammenhang, nicht nur Personenidentitaet.
  2. Einwilligung beider Mandanten in Textform (mit konkreter Beschreibung).
  3. Bei Zweifel: Mandat ablehnen und an Kanzleikollegium ueberweisen.

Mandanten-Erwartungsmanagement

  • Realistische Erfolgs- und Kostenprognose (nicht "Wir gewinnen sicher").
  • Verfahrensdauer im Bereich Insolvenz- und Restrukturierungsrecht: Erfahrungswerte nach Instanz.
  • Vergleichschance vs. streitiges Urteil als Option offen halten.
  • Schriftliche Zusammenfassung des Erstgespraechs binnen 48 h.

Honorarvereinbarung - Best Practices

  • RVG-Basis als Default, Stundenhonorar nur mit gesondertem Hinweis nach § 3a RVG.
  • Erfolgshonorar nur in den engen Grenzen § 4a RVG.
  • Vorschuss in Höhe der voraussichtlichen 1. Instanz.
  • Klarstellung: Auslagen-Pauschale, USt, Reisekosten, Sachverstaendigenkosten gesondert.
  • Bei PKH/Beratungshilfe-Mandant: schriftliche Belehrung, dass eigene Beitraege möglich sind.

Mandatsbogen-Muster (Mindestinhalt)

  • Mandant (Name, Geburtsdatum, Anschrift, Telefon, E-Mail)
  • Gegner (Name, Anschrift, ggf. anwaltliche Vertretung)
  • Kurzbeschreibung Sachverhalt (5-10 Saetze)
  • Ziel des Mandats (eine Zeile)
  • Strittige Fragen (bullet)
  • Geprueft: Konflikt - GwG - Vollmacht
  • Streitwert (Schaetzung)
  • Honorarvereinbarung (RVG/Stunde/Pauschale)
  • Frist-Liste
  • Aktenanlage Datum
  • Naechster-Schritt

Cross-Refs

  • vergleichsverhandlung-strategie (im selben Plugin) für den Fall, dass aussergerichtliche Loesung angestrebt wird.
  • schriftsatzkern-substantiierung (im selben Plugin) für den Schriftsatzaufbau, wenn Klage/Widerspruch eingereicht wird.
  • Kanzlei-Allgemein-Plugin kanzlei-allgemein für Konflikt-, GwG- und PEP-Prüfroutinen.

Aktuelle Leitentscheidungen — Insolvenz-Erstmandat (Stand Mai 2026)

  • BGH II ZR 206/22 vom 23.07.2024 — Fortwirkende Haftung des ausgeschiedenen Geschäftsführers (§ 823 II BGB iVm § 15a InsO); für die Mandantenwarnung bei Wechsel der Geschäftsleitung.

<https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=23.07.2024&Aktenzeichen=II+ZR+206/22>

  • BGH IV ZR 66/25 vom 19.11.2025 — D&O-Versicherung bei verspätetem Insolvenzantrag; Hinweis auf Deckungschancen.
  • BGH 5 StR 287/24 vom 27.02.2025 — Faktischer Geschäftsführer / Firmenbestattung; Strafbarkeit auch ohne formale Bestellung.
  • Im Anfechtungsmandat: BGH IX ZR 122/23 (05.12.2024) zur Unlauterkeit Bargeschäft; BGH IX ZR 129/22 (18.04.2024) zur Neuausrichtung Vorsatzanfechtung.
  • Konkrete Aktenzeichen vor Ausgabe über dejure.org / openjur.de / bundesgerichtshof.de verifizieren.

Paragrafenkette Erstmandat Insolvenz

§ 43a BRAO (Interessenkonflikt) → §§ 10 ff. GwG (Identifizierungspflicht) → § 15a InsO (Antragspflicht 3/6 Wochen) → § 15b InsO (Haftung GF für Zahlungen nach Insolvenzreife) → §§ 17-19 InsO (Eröffnungsgruende) → § 3a RVG (Honorarvereinbarung)

Triage — Erstgespraech Insolvenzmandat

  1. Welche Partei? Geschäftsführung/Schuldner → Antragspflicht, Haftungsberatung. Gläubiger → Antragsrecht, Forderungssicherung. Insolvenzverwalter → Beauftragung prüfen.
  2. Fristen? Antragspflicht § 15a InsO: ab heute bis zu welchem Datum? Sofort-Frist-Alarm!
  3. GwG-Risiko? Insolvenzmandate oft Hochrisiko-Kategorie (Geldflueisse, Verschleierungsrisiko) → gruendliche Risiobewertung.
  4. Interessenkonflikt? Kanzlei hat Gläubiger und Schuldner im selben Verfahren → § 43a Abs. 4 BRAO Verbot.
← v1.0.0All versionsv1.0.2 →